Der US-Mittelstand, analysiert an den Jobs von Homer Simpson

Es gibt keinen Job, den Homer Simpson gefühlt nicht gemacht hat. Opernsänger, Bodyguard, Schneepflugfahrer, Schiedsrichter, Trainer, Maskottchen … Nach über 600 Folgen sind es knapp 200 Berufe, die er schon ausgeübt hat. Was durch die Bank weg immer abstrus wirkt, liefert den Redakteuren bei Vox.com aber einen ziemlich genauen Blick auf den US-amerikanischen Mittelstand. Ohne Witz.

In detektivischer Kleinarbeit haben sie 100 seiner Berufe genauer unter die Lupe genommen und die Jahresgehälter der jeweiligen Jobs unter Berücksichtigung der Inflation bei zwei Dekaden Wirtschaftsentwicklung aufgelistet. Wenn man seine Betätigungen wie Bierbaron und Co. ausklammert, die kein wirkliches Salär bedeuteten, erhält man ein überraschend akkurates Bild des Mittelstands und wie er sich nüchtern betrachtet seit den 1980ern nicht wirklich nach oben arbeiten konnte.

Gefangen zwischen Upper Class und Unterschicht

So liegt Homers Jahresgehalt als Sicherheitsinspektor in Mr. Burns‘ Kernkraftwerk den Berechnungen nach bei etwas über US-$ 37.000,-. Dasselbe Kernkraftwerk, das er zwischenzeitlich auch einmal leitet – und als CEO etwa US-$ 980.000,- pro Jahr machen würde –, als Mr. Burns‘ Vizepräsident betreut (US-$ 377.000,-) oder einfach nur als besserer Hausmeister und Facility Manager in Schuss hält (US-$ +131.000,-).

Es gibt aber auch Jobs, die zwar großartige Folgen brachten, sich aber eher negativ auf Homers Gehaltszettel ausgewirkt hätten. Sein Ausflug zur Navy etwa (etwa US-$ 18.800,-), die Tour als „Cannonball Performance Artist“ (US-$ 22.000,-) oder auch seine Zeit als Abschleppwagenfahrer (US-$ 30,800,-) hätten große Löcher in das Haushaltsbudget der Simpsons gerissen.

 

 

Homer Simpson als Sinnbild des US-Mittelstands

In der Summe bringen nämlich 13 Prozent seiner Jobs mehr als US-$ 100.000,- pro Jahr ein, was ihm zu einem Mitglied der Oberschicht machen würde. 49 Prozent seiner Jobs halten ihn finanziell allerdings in der Mittelschicht und die restlichen 38 Prozent würden ihn sogar zu einem Mitglied der Unterschicht machen.

Das Irre daran: Nimmt man die durchschnittliche Gehaltssumme all seiner verschiedenen Berufe, so hat er sich in 27 Jahren finanziell nicht großartig verbessert – genauso wie der US-Mittelstand, der zwar rackert ohne Ende, aber eben nicht zu den „oberen Zehntausend“ gehört.

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